Im Fußball ein Zuhause gefunden

In seiner Heimat Syrien hatte Dany Khoshaba vor allem eines im Kopf: Fußball, Fußball, Fußball. Als er 2013 mit seiner Familie nach Deutschland kam, war das erst einmal vorbei. Ohne Papiere, die seine Lizenzen nachweisen, konnte er in dem Land mit dem größten Fußballverband der Welt nicht mehr als Trainer arbeiten.

Sieben Jahre später, mittlerweile beim SV Werder, ist er aus den grün-weißen Fußballangeboten nicht mehr wegzudenken. Seine Herkunft ist ihm dabei oft eine große Hilfe. An vier Tagen in der Woche streift sich Dany Khoshaba die grün-weißen Trainingsklamotten über, bevor es auf dem direkten Weg ins wohninvest WESERSTADION geht. Ballnetze, Leibchen und andere Trainingsutensilien müssen eingepackt werden, um im SPIELRAUM Programm und Ballschule bestens ausgerüstet zu sein. Dieser Gang ist für den Syrer inzwischen Normalität geworden. Als er vor fast sieben Jahren seiner Frau und seinen Kindern aus Syrien nach Deutschland folgte, war ihm Werder hingegen noch kein Begriff.

„Ein Bekannter von mir, der bei Werder Trainer war, hat mich über die sozialen Angebote informiert und mich eingeladen, meinen Sohn mal zu einem SPIELRAUM-Training zu bringen“, erzählt der 40-Jährige über seinen ersten Kontakt mit dem Verein. Und weil nicht nur sein Sohn, sondern natürlich auch Dany Khoshoba selbst nicht ohne den Fußball kann, war er fortan jede Woche als Zuschauer am Spielfeldrand zu finden.

„Es ist einfach ein Herzensjob, die Arbeit mit Kindern macht mir am meisten Spaß.“

Aus dem wöchentlichen Anfeuern des Sohnes wurde mit den Jahren eine tägliche Aufgabe. Wenn Khoshoba im Kinderhafen in Tenever den Bewegungsraum betritt, ist er in seinem Element. Auf die Frage „Wollen wir noch eine Runde spielen“ kommt von seinen jungen Schützlingen, deren Namen er natürlich alle kennt, eine lautstark positive Antwort. Zwischen „Karotten ziehen“ und Koordinationsspielen muss er nicht selten enttäuschte Kinder aufmuntern. Von anderen Kindern, die immer wieder hereinplatzen, lässt sich Dany Khoshoba nicht aus der Ruhe bringen: „Es ist einfach ein Herzensjob, die Arbeit mit Kindern macht mir am meisten Spaß.“

Inzwischen betreut der Syrer sechs Ballschulen, dazu kommen drei SPIELRAUM-Programme am wohninvest WESERSTADION. Das soll allerdings noch längst nicht alles gewesen sein: „Im Moment mache ich mit der Unterstützung von Werder meine Trainer-C-Lizenz“, spinnt er schon Pläne für die Zukunft, in denen er auch gerne zusätzlich – wie in seinem Heimatland Syrien – leistungsorientierte Mannschaften trainieren würde. Seine Herkunft hilft ihm nicht nur durch seine dortige Fußballerfahrung in der täglichen Arbeit.

So, wie ihm damals neue Freunde bei Werder in den ersten Jahren in Deutschland bei Schwierigkeiten helfen konnten, kann er nun etwas zurückgeben. Er hat schnell einen Draht zu Menschen, die ähnliches durchgemacht haben: „Wenn Hilfe gebraucht wird, rufen Familien oft mich an. Nicht selten kann ich auch zwischen den Kindern und ihren Eltern vermitteln.“ Ein besonderer Gewinn für das grün-weiße Engagement, denn Dany Khoshoba agiert nicht selten als deutsch-arabischer Dolmetscher.

Was mit einem Besuch beim SPIELRAUM-Programm begann, ist nicht nur für den Verein ein enormer Gewinn geworden. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Werder-Familie hat Dany Khoshoba inzwischen seinen festen Platz gefunden. Vorher hatte er nur Fußball, Fußball, Fußball im Kopf, jetzt sagt der 40-Jährige selbst: „An mindestens vier Tagen die Woche gibt es von morgens bis abends nur Werder, Werder, Werder.“

Mehr Infos zum Engagement des SV Werder Bremen gibt’s hier.

Text: Sophia Ahrens
Fotos: werder.de


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