St. Pauli für Vielfalt und Inklusion

Mit zwei neuen Projekten unterstreicht der FC St. Pauli, dass Inklusion eine wichtige Rolle im Rahmen des Club-Engagements einnimmt und sensibilisiert damit für ein inklusive Gesellschaft. 

Kiezhelden finanziert das Projekt „Rap für Vielfalt” auf St. Pauli

Wer hat noch nie davon geträumt, eigene Songs zu schreiben und diese professionell aufzunehmen? Eine Gruppe Jugendlicher auf St. Pauli hat nun im Haus der Familie im Rahmen des Projekts “Rap für Vielfalt” die Möglichkeit dazu. Bei dem Projekt geht es aber auch darum, den Blick der Jugendlichen für eine offene demokratische Gesellschaft zu öffnen. “Über das Schreiben der Songtexte zum Themenbereich ‘Vielfalt und Achtsamkeit’ üben die Jugendlichen ihr kritisches Bewusstsein gegenüber sexistischen, rassistischen und anderen diskriminierenden Vorstellungen”, erläutert der Musikpädagoge Moritz Etorena (BUNTE BOTSCHAFT), der das Projekt leitet. Für den Herbst sind bereits Auftritte der jungen Künstler in Planung. Dann bekommen sie auch Verstärkung, denn “Rap für Vielfalt”, das auf St. Pauli in Kooperation von Haus der Familie, Jungenarbeit Hamburg e.V. und BUNTE BOTSCHAFT angeboten wird, läuft auch in anderen Stadtteilen mit großem Erfolg.

“Ein tolles Projekt, das die Jugendlichen auf vielen Ebenen anspricht und weiterbringt”, freut sich Karsten Meincke (Aufsichtsrat St. Pauli) und erläutert: “Der FC St. Pauli steht für Vielfalt und gegen Homofeindlichkeit, Sexismus und Rassismus. Daher finden wir es wichtig, dass wir für die Themen früh in Projekten und Maßnahmen sensibilisieren.”

FC St. Pauli-Museum setzt Hightech-Brille für Blinde ein

Neue Wege in der Inklusion: Dafür steht eine ebenso ungewöhnliche wie innovative Lösung, die am Donnerstag (27.6.) im FC St. Pauli-Museum vorgestellt wurde. Mit dem Blindspotter MR (Mixed Reality) wird auch blinden und sehbehinderten Menschen ein mehrdimensionaler Ausstellungsgenuss mit freier Bewegung im Raum und dreidimensionalem Sound ermöglicht. Unterstützt und ermöglicht wird die Idee von der Aktion Mensch, der Abteilung Fördernder Mitglieder, den KIEZHELDEN und der Beratungsstelle KickIn!

Blindenfußballer des FC St.  Pauli Serdal Çelebi hat den Blindspotter direkt vor Ort getestet. „Eine sinnvolle Technik. Ich war überrascht, was das Gerät alles kann. Es reagiert sehr sensibel und erkennt auch kleine Bewegungen“, berichtet er von seinen ersten Erfahrungen. Für ihn sei es vor allem ein vielversprechender Anfang im Bezug auf einen eigenständigen Besuch im Museum. „Normalerweise muss man immer in Begleitung ins Museum. Das kann sich mit der Brille ändern“, sagte er am Donnerstag. Das Nürnberger Unternehmen INCLUSIFY hat das innovative Wegeleitsystem für Museen und andere kulturelle Einrichtungen auf Basis der Microsoft Mixed-Reality-Brille HoloLens entwickelt. Raum- und Objektbeschreibungen sprach die „Stimme vom Millerntor“, Ex-Stadionsprecher Rainer Wulff. Die Realisierung im FC St. Pauli-Museum wird durch die Unterstützung der Aktion Mensch, der Abteilung Fördernde Mitglieder (AFM) und der KIEZHELDEN des FC St. Pauli sowie der Beratungsstelle KickIn! der Bundesbehinderten­fanarbeitsgemeinschaft e.V. (BBAG) ermöglicht.

Für Ewald Lienen ist die Entwicklung und Nutzung technologischer Möglichkeiten um Inklusion voranzutreiben unabdingbar.  „Inklusion ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben. Ob in Bildung, Kultur oder Sport: Wir dürfen niemanden ausschließen, nur weil er oder sie vielleicht ein unterschiedliches Set an Fähigkeiten und Einschränkungen hat als die Mehrheit“, appellierte er im Rahmen der Vorstellung des Blindspotters. Christoph Nagel, Vorstand und Kurator des FCSP-Museums, freute sich, dass das neue System als erstes am Millerntor zum Einsatz kommt. „Dass wir die ersten weltweit sind, die die Microsoft HoloLens-Technologie als Blindenleitsystem einsetzen, passt zur DIY-Einstellung der FC St. Pauli-Fanszene: ‚Do It Yourself‘ – warte nicht, bis es ein anderer für dich macht. Ein großes Dankeschön an die Aktion Mensch, die AFM im FC St. Pauli, die KIEZHELDEN und die Beratungsstelle KickIn für ihre Unterstützung“, erklärte er abschließend.

Mehr zum Engagement des FC St. Pauli findet Ihr hier.

Textnachweis: FC St. Pauli 


Verwandte Artikel

Blau-Gelbe Weihnachtsengel

Im Rahmen ihrer Aktion „Blau-gelbe Weihnachtsengel“ stellt die Eintracht Braunschweig Stiftung 25.000 Euro zur Verfügung, für die sich Gruppierungen gemeinsam…

Zum Artikel

Unterstützung für die Stiftung 1.FC Köln

Über fünftausend Besucher waren insgesamt auf die Galopprennbahn in Kön-Weidenpesch zum FC-Renntag  gekommen, der ganz im Zeichen der Stiftung 1.…

Zum Artikel