Über die Seitenlinie schauen

“FußballschulePlus” heißt ein Angebot des Sport-Club Freiburg für Nachwuchsspieler in der Freiburger Fußballschule. Es bietet viele interessante Themen, neue Perspektiven und inzwischen auch einen Trainerlehrgang zur B-Lizenz.

Im Interview kommen drei Beteiligte zu Wort: Mario Bleier ist Sportpsychologe, Trainer und organisiert das Projekt FFpluS mit, Tobias Rauber ist Leiter der SC-Abteilung Gesellschaftliches Engagement und Yannik Keitel spielt bei der U23 des SC und ist derzeit auch bei FFpluS dabei.

Herr Bleier, im Rahmen von “FußballschulePlus” können SC-Nachwuchsspieler seit dieser Saison auch die Trainer-B-Lizenz erwerben… 

Mario Bleier: …richtig. Im Rahmen des von uns entwickelten Konzepts, das wir intern “FFpluS” nennen, wollten wir zunächst eine Vortragsreihe mit Themen rund um den Fußball, aber auch darüber hinaus anbieten – quasi als Ergänzung zur dualen Ausbildung. Jetzt wurde das Angebot in Kooperation mit dem Südbadischen Fußballverband und unterstützt vom Badischen Sportbund um die Trainerausbildung erweitert.

Aber was für eine Idee steckt dahinter? 

Bleier: Wir wollten U19-Spielern, die im zweiten A-Jugendjahr mit der Schule fertig sind und unseren U23-Spielern einfach ein Angebot machen, um über die Seitenlinie hinauszuschauen. Diese Saison sind 20 Jungs dabei, viele im zweiten Jahr. Sie kommen dafür einmal pro Woche, früher für 90 Minuten, jetzt sogar für dreieinhalb Stunden zusammen. Mit der Möglichkeit, den Trainerschein zu erwerben, haben Sie dafür am Ende auch etwas Konkretes in der Hand.

Herr Keitel, das klingt interessant… 

Yannik Keitel: …ist es auch. Ich bin im ersten Jahr dabei, aber ganz viele auch zum zweiten Mal, weil es ihnen vorher schon gefallen hat.

Sie lernen dabei auch andere SC-Abteilungen näher kennen. So hospitieren Sie für den Trainerschein bei Projekten der Abteilung Gesellschaftliches Engagement.

Keitel: Ja, zum Beispiel in der Füchsle-Ballschule, und das macht riesigen Spaß. Außerdem bringt es wirklich was für den Trainerschein, Grundschulkinder anzuleiten. Es ist gar nicht so einfach, wennman vor der Gruppe steht und die Übung erklären soll. Und was der SC im Bereich Gesellschaftliches Engagement alles anbietet, wusste ich vorher auch noch nicht.

Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Rauber, Sie leiten diese Abteilung des Sport-Club… 

Tobias Rauber: …die wir übrigens im Rahmen von “FFpluS” den Spielern vorgestellt haben. Wir haben schon länger regelmäßig einzelne Fußballschüler als Praktikanten, jetzt ist es zusätzlich so gestaltet, dass für den Erwerb des Trainerscheins vier Teilnahmen der Jungs an Projekten von uns verpflichtend sind.

Als Training für die spätere Trainerschein-Prüfung? 

Rauber: Auch. Dazu ist es für die teilnehmenden Kinder einfach cool, wenn bei uns jemand dabei ist, der wirklich in einer SC-Mannschaft spielt. Die jungen Spieler wiederum können wichtige Erfahrungen sammeln, indem sie Übungen vorbereiten und leiten. Und wir freuen uns, wenn wir sehen, dass die Jungs letztlich genauso viel Spaß haben wie die Kinder.

“FFpluS” ist also ein Angebot mit Mehrwert nicht nur für die Nachwuchsspieler? 

Rauber: Mit Sicherheit. Es entstehen auch neue Bindungen auf dem Gelände der Fußballschule. Man lernt sich gegenseitig kennen – zumal die Jungs, die den Trainerschein erwerben, auch Trainingseinheiten bei anderen Mannschaften leiten…

…Jugendspieler als Trainer in der Fußballschule!? 

Bleier: Na klar. Alle Teilnehmer am Trainerlehrgang sind bei uns von der U12 bis zur U16 einzelnen Teams zugeordnet. Für die planen sie Übungen und leiten sie selber an. Die Rückmeldungen von den Jugendtrainern dazu sind sehr positiv. Wir finden es auch toll, dass so Verbindungen zwischen U23- und jüngeren Spielern des SC entstehen. Die Synergien, die daraus und aus den neuen Verbindungen zum Gesellschaftlichen Engagement entstehen, wollen wir nutzen.

Und für Ihren Trainer haben Sie als Trainer-Azubi jetzt schon mal einen Tipp auf Lager, Herr Keitel?

Keitel: (lacht) Ne, ne, eher bekommt man aus der anderen Perspektive ein Gefühl für die komplexen Anforderungen, die Trainer bewältigen müssen – und echt Respekt vor der Aufgabe, Trainer zu sein.

Mehr zum Engagement des Sport-Club Freiburg findet Ihr hier.

Bildnachweis: SC Freiburg / Patrick Seeger

Textnachweis: SC Freiburg


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